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BN prüft Klage gegen neue Allgäu-Autobahn

Seit 21. Juni 2022 liegt der Planfeststellungsbeschluss zum ersten Abschnitt des autobahngleichen Ausbaus der B12 zwischen Buchloe und Kempten öffentlich aus. Die neue Allgäu-Autobahn gehört nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums zu den klimaschädlichsten Straßenbauprojekten Bayerns.

22.06.2022

Vertreter*innen des BUND Naturschutz haben heute in Buchloe Einsicht in den Planfeststellungsbeschluss genommen und prüfen nun eine Klage gegen dieses völlig überdimensionierte Straßenbauvorhaben. Dazu wurde eine renommierte Umweltrechtskanzlei beauftragt, die auch am Bundesverfassungsgerichtsurteil zum Klimaschutz vom April 2021 maßgeblich beteiligt war. Die Klageeinrichtungsfrist endet am 4. August.

Thomas Reichart, B12-Beauftragter der BN-Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren, sagt: „Wenn der erste Abschnitt in dieser völlig überdimensionierten Bauweise erst einmal in Bau ist, wird es immer schwieriger die massiven Eingriffe auch in den anderen Abschnitten zu verhindern.“

Christina Mader, Geschäftsstellenleiterin der BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu, appelliert daher an die Allgäuer Politik: „Die Allgäuer Abgeordneten müssen dafür sorgen, dass dieses Projekt aus dem Bundesverkehrswegeplan herausgestrichen wird. Wer sich für einen derartigen B12-Ausbau einsetzt, kann nicht mehr glaubwürdig für Klimaschutz stehen.“

Das Bundesverkehrsministerium geht von einem zusätzlichen Klimagasausstoß von ca. 25.000 Tonnen CO2 pro Jahr durch den Ausbau aus! Gründe dafür sind u. a. der Mehrverkehr, die höheren Geschwindigkeiten und der enorme Aufwand in Bau und Betrieb der Autobahn. Der BUND Naturschutz geht von noch deutlich höheren Emissionen aus, da viele klimaschädliche Aspekte wie Waldrodungen oder Bodenzerstörungen noch gar nicht eingerechnet sind. Laut Bundesklimaschutzgesetz müssen die CO2-Emissionen aus dem Verkehr zwischen 2020 und 2030 um fast 50 % reduziert werden. Die neue Allgäu-Autobahn verursacht aber deutlich mehr Klimagasausstoß im Vergleich zu heute.

Thomas Frey, BN-Regionalreferent für Schwaben, ergänzt: „Im Planfeststellungsbeschluss wird auf das Thema Klimaschutz überhaupt nicht eingegangen, obwohl Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz und Bundesklimaschutzgesetz das verlangen. Wir halten den Planfeststellungsbeschluss daher für mangelhaft.“

Geplant ist ein autobahngleicher Ausbau mit einem Regelquerschnitt von 28 Metern nach der Richtlinie zur Anlage von Autobahnen. Auf der über 50 km langen Ausbaustrecke müssten ca. 70 Brücken neu gebaut werden. Der Flächenverbrauch liegt schätzungsweise bei weit über 100 Hektar. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung ist nicht vorgesehen.



Hummeln – Bienen im Pelz Vortrag des BUND Naturschutz stellt pelzige Brummer vor

Lebensweise, Schutz und Hilfe für die sympathischen Geschwister der Biene standen im Mittelpunkt. Demeter Imker Christian Sedlmair stellte uns in seinem Vortag  „Die Hummel - ein pummeliger Brummer, oft unterschätzt doch schützenswert" diese wichtigen und schützenswerten Insekten in Pfronten im Haus des Gastes vor.

Heimische Hummeln sind unverzichtbare Bestäuber von Kulturpflanzen und spielen daher in heimischen Biotopen eine wesentliche Rolle. Als staatenbildende Insekten stellen sie hohe Ansprüche an Nistplätze. Nur in Kulturlandschaften mit  Verstecken und passendem Blütenangebot kann eine breite Palette an Hummelarten existieren, denn diese Insekten haben keinen Imker, der ihnen eine Behausung zur Verfügung stellt. Im Gegensatz zu den Bienen können Hummeln auch bei kälteren Temperaturen fliegen und bestäuben. In kalten Frühjahren ist das besonders wichtig. Durch ihren Pelz ist die Bestäubungsleistung der einzelnen  Hummel sehr hoch und effizient, außerdem fliegen die Hummeln täglich viel länger als Bienen. Obwohl die meisten Arten stechen können, tun dies die friedfertigen Nützlinge nur bei massiven Angriffen, auch deshalb und weil sie fleißige Bestäuber sind werden sie gerne in Gewächshäuern bei Erwerbsgärtnereien eingesetzt.

Von den über 40 Hummelarten in Deutschland ist mehr als die Hälfte bereits gefährdet. Deshalb sind wilde Ecken im Garten, Totholz, aber auch Nisthilfen sehr wichtig.  Mähroboter sind der Tod jedes Hummelnestes. Durch den Einsatz von den sogenannten Neonikotoiden verlieren die Insekten, die Orientierung, drum ist es gut, dass diese jetzt verboten sind, so Sedlmair. Jeder kann in seinem Garten Insektenfreudliche Pflanzen anbauen, die ist auch in Balkonkästen möglich. Der Steingarten mit Elfantengras ist absolut kein Lebensraum für Hummeln und Co, so der erfahrene Imker.


Bayerische Naturschutzmedalie für Dr. Hans Ehrhardt

In seiner Laudatio betonte Weiger den hohen Einsatz, den Ehrhardt für die Natur geleistet hat, sei es für die Ausweisung des Birnbaumer Filz, als Naturschutzgebiet, der Kampf gegen den Ausbau der A7 , Erhardt ist auch der Ideengeber  und Planer für den Nationalpark Ammergebirge. Außerdem war er lange Jahre Naturschutzbeirat.


Kreisgruppenvorstand besucht BN Grundstück am Bodenlosen See bei Hausen

Vortrag "Nationalpark Ammergebirge – eine Schnapsidee ?" Referent Ulrich Wotschikowsky

Zugegeben – es war eine populistisch anmutende Überschrift, zu der die BUND- Naturschutz in Bayern e.V. - Ortsgruppe Halblech eingeladen hatte. Doch der Referent Ulrich Wotschikowsky, Forstwissenschaftler und Wildbiologe, wählte ganz bewusst diesen Titel für seinen Vortrag und versprach, die Argumente für und gegen die Nationalparkidee Ammergebirge kritisch zu durchleuchten. weiter: