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Bürgerinitiative gegen den B12 Ausbau - Große Fahrraddemo geplant

Der Bund Naturschutz im Ostallgäu beteiligt sich an der überparteilichen Bürgerinitiative gegen den Ausbau der B12 zur Allgäu-Autobahn. Am 17.5. fand hierzu eine Videokonferenz statt, in der eine große Fahrraddemo im Juli angekündigt wurde.

19.05.2021

Ostallgäu. Noch immer warten die Gegner der vorgelegten Ausbaupläne der B12 auf den Erörterungstermin. Im vergangenen Sommer lagen die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren des Abschnitts 6 zwischen Untergermaringen und der Auffahrt zur A96 bei Buchloe in den angrenzenden Gemeinden aus. Betroffene Bürger*innen konnten bis Mitte August 2020 ihre Einwendungen an die Regierung von Schwaben schicken, die jedoch bislang noch nicht beantwortet wurden.

„Das ist der einzige Vorteil von Corona“, bemerkt Günter Räder, Moderator der ersten Videokonferenz des Aktionsbündnis „B12-Ausbau-So nicht!“, „solange kein Erörterungstermin stattfinden kann, wird kein Planfeststellungsbescheid erfolgen.“ Die Allgäu-Autobahn mit einer geplanten Breite von 28 Meter (RQ 28) ohne Tempolimit könne noch verhindert werden. Als größten Coup kündigt Räder eine große Radl-Demo auf der B12 von der Auffahrt Jengen bis zur Abfahrt Germaringen am Sonntag, den 18. Juli 2021 an. „Wir wollen mit der Radl-Demo vor allem den Anwohner*innen entlang dieses Bauabschnitts das Thema näherbringen. Außerdem wollen wir mit dem Protest für gute Laune sorgen - mit Live-Musik auf Traktoren und einer familienfreundlichen Radtour bei hoffentlich gutem Wetter.“ Die Demo sei zwar noch nicht genehmigt, aber er sei zuversichtlich, dass es klappe, da die B12 selbst Gegenstand des Protests sei. Bezüglich der Infektionslage bestätigt Räder, dass selbstverständlich sämtliche Hygieneauflagen umgesetzt werden, denn „auf der B12 können die Radler*innen mit genügend Abstand fahren.“

Anwesende Gemeinde- und Stadträt*innen entlang der Strecke wie Josef Kreuzer aus Germaringen sowie Elfi Klein und Rudolf Grieb aus Buchloe berichten, dass in den jeweiligen Räten die RQ28-Pläne ohne Geschwindigkeitsbegrenzung mehrheitlich abgelehnt werden, obwohl es durchaus Befürworter eines moderaten Ausbau gibt. Günter Räder betont, der gemeinsame Nenner des Aktionsbündnisses sei die Verhinderung, der von der Planungsbehörde vorgelegten Allgäu-Autobahn. „Wenn diese Pläne vom Tisch sind, können wir über Alternativen reden.“

Sobald der Planfeststellungsbescheid ergangen ist, können sich Betroffene juristisch gegen die Pläne wehren. Klagewillig ist Michael Haußer, Landwirt aus Weinhausen, der viel Fläche entlang der B12 bewirtschaftet und diese durch den Ausbau verlieren würde, was seinen Betrieb in der Existenz bedrohen würde. Der Bund Naturschutz als Umweltorganisation ist ebenfalls klageberechtigt und auch dazu bereit, wie Thomas Reichart vom BN betont, da neben dem immensen Flächenverbrauch vor allem die mangelnde Berücksichtigung der Klimaschutzgesetze ein Manko der vorgelegten Planung sei. Weiterhin sind alle vom Verkehrslärm betroffenen Anwohner*innen klageberechtigt und würden sowohl vom BN also auch vom Aktionsbündnis unterstützt. Reichart präsentiert ein Interview mit Heiner Müller-Ermann, der jahrzehntelang gegen den Neubau der A94 kämpfte. Am Ende wurde die A94 jedoch gebaut und nun hätten die Menschen im Isental massive Einschränkungen durch die Lärmbelästigung. Das befürchten auch viele Teilnehmer*innen der Videokonferenz, denn bei den Lärmschutzberechnungen würde von einer Richtgeschwindigkeit von 130 km/h ausgegangen, doch es sind die Raser, die für schlafraubenden Lärmspitzen sorgen. Für eine erfolgreiche Klage seien kostenintensive Gutachten notwendig, weshalb Reichart für Spenden an den BN wirbt.

Das Aktionsbündnis hat sich in den letzten Monaten mit über 20 weiteren Bürgerinitiativen bundesweit zu dem „Bündnis Verkehrsinitiativen“ zusammengeschlossen. Armin März berichtet von den Kernforderungen des Zusammenschlusses, nämlich die sofortige Aussetzung der Neu- und Ausbauten von Autobahnen und Bundesstraßen sowie die grundlegende Überprüfung der Bedarfspläne des Bundesverkehrswegeplans (BVWP), zu dem auch der B12-Ausbau zählt. Zentrale Kriterien bei der Bedarfsplanüberprüfung müssen eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene sein, eine realistische Nutzen-Kosten-Schätzung, reale Bürgerbeteiligung vor Ort und vor allem die Berücksichtigung der Klimaschutzgesetze von 2019. „Es gibt mittlerweile gesetzlich vorgeschriebene Sektorziele zur Reduzierung der CO2-Emissionen,“ ergänzt Thomas Frey vom Bund Naturschutz. Auch der Sektor Verkehr hätte Vorgaben, die eingehalten werden müssen. Neben dem vielen motorisierten Individualverkehr, der durch den Ausbau nur attraktiver würden, werden laut Frey beachtliche Mengen an CO2 durch den Bau der unzähligen Brückenprojekte auf dieser Strecke freigesetzt.

Ein direkter B12-Anwohner aus Jengen befürchtet induzierten Verkehr: „Aktuell sehe ich keine verkehrsbedingten Staus auf der B12 und demnach keinen Bedarf für einen Ausbau. Aber sobald die Autofahrer durch das Allgäu rasen können, werden sie weder die B17 noch die A7 auf dem Weg ins Allgäu nutzen. Wir können uns noch gar nicht vorstellen, was auf uns zukommt.“

Sobald die Radl-Demo genehmigt ist, wird das Bündnis über den Ablauf informieren und für eine breite Beteiligung werben. Weitere Informationen rund um den Ausbau der B12 und den Protest dagegen finden Interessierte auf der Website www.b12-so-nicht.de. Das Bündnis unterstützt die Klage des Bund Naturschutz und bittet um Spenden unter:

https://www.betterplace.org/de/projects/94625

Jahreshauptversammlung mit Neuwahl

den Bericht finden Sie hier:



Hummeln – Bienen im Pelz Vortrag des BUND Naturschutz stellt pelzige Brummer vor

Lebensweise, Schutz und Hilfe für die sympathischen Geschwister der Biene standen im Mittelpunkt. Demeter Imker Christian Sedlmair stellte uns in seinem Vortag  „Die Hummel - ein pummeliger Brummer, oft unterschätzt doch schützenswert" diese wichtigen und schützenswerten Insekten in Pfronten im Haus des Gastes vor.

Heimische Hummeln sind unverzichtbare Bestäuber von Kulturpflanzen und spielen daher in heimischen Biotopen eine wesentliche Rolle. Als staatenbildende Insekten stellen sie hohe Ansprüche an Nistplätze. Nur in Kulturlandschaften mit  Verstecken und passendem Blütenangebot kann eine breite Palette an Hummelarten existieren, denn diese Insekten haben keinen Imker, der ihnen eine Behausung zur Verfügung stellt. Im Gegensatz zu den Bienen können Hummeln auch bei kälteren Temperaturen fliegen und bestäuben. In kalten Frühjahren ist das besonders wichtig. Durch ihren Pelz ist die Bestäubungsleistung der einzelnen  Hummel sehr hoch und effizient, außerdem fliegen die Hummeln täglich viel länger als Bienen. Obwohl die meisten Arten stechen können, tun dies die friedfertigen Nützlinge nur bei massiven Angriffen, auch deshalb und weil sie fleißige Bestäuber sind werden sie gerne in Gewächshäuern bei Erwerbsgärtnereien eingesetzt.

Von den über 40 Hummelarten in Deutschland ist mehr als die Hälfte bereits gefährdet. Deshalb sind wilde Ecken im Garten, Totholz, aber auch Nisthilfen sehr wichtig.  Mähroboter sind der Tod jedes Hummelnestes. Durch den Einsatz von den sogenannten Neonikotoiden verlieren die Insekten, die Orientierung, drum ist es gut, dass diese jetzt verboten sind, so Sedlmair. Jeder kann in seinem Garten Insektenfreudliche Pflanzen anbauen, die ist auch in Balkonkästen möglich. Der Steingarten mit Elfantengras ist absolut kein Lebensraum für Hummeln und Co, so der erfahrene Imker.


Bayerische Naturschutzmedalie für Dr. Hans Ehrhardt

In seiner Laudatio betonte Weiger den hohen Einsatz, den Ehrhardt für die Natur geleistet hat, sei es für die Ausweisung des Birnbaumer Filz, als Naturschutzgebiet, der Kampf gegen den Ausbau der A7 , Erhardt ist auch der Ideengeber  und Planer für den Nationalpark Ammergebirge. Außerdem war er lange Jahre Naturschutzbeirat.



Kreisgruppenvorstand besucht BN Grundstück am Bodenlosen See bei Hausen

Vortrag "Nationalpark Ammergebirge – eine Schnapsidee ?" Referent Ulrich Wotschikowsky

Zugegeben – es war eine populistisch anmutende Überschrift, zu der die BUND- Naturschutz in Bayern e.V. - Ortsgruppe Halblech eingeladen hatte. Doch der Referent Ulrich Wotschikowsky, Forstwissenschaftler und Wildbiologe, wählte ganz bewusst diesen Titel für seinen Vortrag und versprach, die Argumente für und gegen die Nationalparkidee Ammergebirge kritisch zu durchleuchten. weiter: