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Demo Zukunftsfähige Mobilität: B12 als verkehrs- und finanzpolitischer Irrsinn

250 Menschen klingelten wie wild, um der Allgäuer Festwochenprominenz wie Ministerpräsident Söder, Gesundheitsminister Holetschek und den hiesigen MandatsträgerInnen friedlich ihr "NEIN" zur Verkehrspolitik hier im Allgäu zu zeigen. Zahlreiche Organisationen und Partei trugen diese Demo lautstark mit.

15.08.2022

Zum Originalartikel der Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu mit mehr Bildern und Eindrücken von der Demo.

Nach dem ersten Probeklingeln, mit dem man die Fehlinvestition der Steuergelder in die B12 verurteilte, ergriff Jürgen Vögele vom Fahrgastverband PRO BAHN e.V. das Mikrofon. Er verwies auf die Dringlichkeit des Ausbaus der Bahn. „Während bei der B12 die Planungen schon sehr weit fortgeschritten sind, besteht für eine Elektrifizierung Buchloe - Kempten - Immenstadt - Oberstaufen Hergatz noch nicht einmal ein offizieller Beschluss unserer zuständigen Politiker, auch ist diese nicht im Bundesverkehrswegeplan enthalten. Wenn aber die Straße immer komfortabler wird und auf der Schiene das Angebot sogar verschlechtert wird, kann von einer "Verkehrswende", wie sie in den Medien immer wieder propagiert wird, hier im Allgäu, wenn überhaupt, eher in die "falsche" Richtung die Rede sein.“, machte er den Zuhörern den Missstand in der Verkehrswende deutlich. Neben mehr Zügen forderte Vögele ein wesentlich dichteres Bahn-Netz mit wesentlich mehr Haltepunkten und einem überregionalen Verkehrsverbund. 

Die Organisationen setzen neben Bus und Bahn entscheidend auch auf das Rad bei der Verkehrswende, da man sich kaum klimafreundlicher fortbewegen kann. Tobias Heilig stellte im Radentscheid-Maskottchen-Outfit Leo Radlherz aus Sicht des ADFC klar heraus, dass die Menschen in Bayern mehr Radfahren und bessere Bedingungen hierfür wollen. Die Umsetzung der Radentscheide gehe vor Ort allerdings kaum voran, weil Geld und Personal fehlen und überholte Richtlinien und Straßenverkehrsgesetze rasche Verbesserungen der Radinfrastruktur verhindern. Den Städten und Gemeinden ist es weitestgehend allein überlassen, ob und wie sie den Radverkehr fördern und sie bekommen dabei zu wenig Unterstützung vom Freistaat. Das Ergebnis sei dann – sofern überhaupt vorhanden – ein Flickenteppich unterschiedlichster und meist nicht ausreichender Radwege. Daher rief er dazu auf, den Radentscheid zu unterschreiben und damit den Freistaat Bayern mit einem Radgesetz ändern, das die Staatsregierung und Kommunen verpflichtet, umweltfreundliche Mobilität praktisch umzusetzen.

Richard Mergner, Landesvorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern ergriff als letzter Redner das Wort. Er macht klar, „dass die B12 ein verkehrs- und finanzpolitischer Irrsinn sei“. In einem Land, in dem es an Wasser fehle und Teile verdorrten, könne man nicht weiterhin auf Straßenausbau setzen. Mergner vermisse einen stärkeren Ausbau von erneuerbaren Energien in Bayern und dem Allgäu. Auch das Allgäu sei von der Klimakrise betroffen, betonte Mergner, was nur eines bedeute: „Energie sparen, Energie sparen, Energie sparen“ bzw. Energie „effizient einzusetzen“. Es reiche da einfach nicht mehr aus, medienwirksam Bäume zu umarmen. Eine Priorität müsse auf der Elektrifizierung der Bahn liegen und „kein neuer Straßenbau im Allgäu“ lauten.

Unter tosendem Beifall rief er dazu auf, dass man den B 12-Ausbau stoppen können, wenn man bei den anstehenden Wahlen nur denjenigen die Stimme gebe, die für einen Wechsel in der Verkehrs- und Klimapolitik stehen. Gleichzeitig wies er auf die anstehende Klage des Bund Naturschutz gegen die B12 hin und warb um Spenden. Er kritisierte mit deutlichen Worten die vorangegangenen CSU-Bundesverkehrsminister Ramsauer, Dobrindt und Scheuer und erklärte, dass man auch von einem FDP-Minister nichts erwarten könne. Hier würde die Verkehrswende aktiv verschleppt werden.

Mergner verwies abschließend darauf, dass er bereits vor 5 Jahren hier in Kempten zur Festwoche Söder gegenübergestanden hätte. Anlass war die Demo zum Riedberger Horn. Dieses Projekt wurde verhindert - ein Erfolg! Das könne doch Mut geben.

Danach erreichte der Festzug die Demonstrierenden und Ministerpräsident musste an einem riesigen Banner vorbeiziehen, das die exakte Breite der geplanten B12-Autobahnausbaus angab.



Hummeln – Bienen im Pelz Vortrag des BUND Naturschutz stellt pelzige Brummer vor

Lebensweise, Schutz und Hilfe für die sympathischen Geschwister der Biene standen im Mittelpunkt. Demeter Imker Christian Sedlmair stellte uns in seinem Vortag  „Die Hummel - ein pummeliger Brummer, oft unterschätzt doch schützenswert" diese wichtigen und schützenswerten Insekten in Pfronten im Haus des Gastes vor.

Heimische Hummeln sind unverzichtbare Bestäuber von Kulturpflanzen und spielen daher in heimischen Biotopen eine wesentliche Rolle. Als staatenbildende Insekten stellen sie hohe Ansprüche an Nistplätze. Nur in Kulturlandschaften mit  Verstecken und passendem Blütenangebot kann eine breite Palette an Hummelarten existieren, denn diese Insekten haben keinen Imker, der ihnen eine Behausung zur Verfügung stellt. Im Gegensatz zu den Bienen können Hummeln auch bei kälteren Temperaturen fliegen und bestäuben. In kalten Frühjahren ist das besonders wichtig. Durch ihren Pelz ist die Bestäubungsleistung der einzelnen  Hummel sehr hoch und effizient, außerdem fliegen die Hummeln täglich viel länger als Bienen. Obwohl die meisten Arten stechen können, tun dies die friedfertigen Nützlinge nur bei massiven Angriffen, auch deshalb und weil sie fleißige Bestäuber sind werden sie gerne in Gewächshäuern bei Erwerbsgärtnereien eingesetzt.

Von den über 40 Hummelarten in Deutschland ist mehr als die Hälfte bereits gefährdet. Deshalb sind wilde Ecken im Garten, Totholz, aber auch Nisthilfen sehr wichtig.  Mähroboter sind der Tod jedes Hummelnestes. Durch den Einsatz von den sogenannten Neonikotoiden verlieren die Insekten, die Orientierung, drum ist es gut, dass diese jetzt verboten sind, so Sedlmair. Jeder kann in seinem Garten Insektenfreudliche Pflanzen anbauen, die ist auch in Balkonkästen möglich. Der Steingarten mit Elfantengras ist absolut kein Lebensraum für Hummeln und Co, so der erfahrene Imker.


Bayerische Naturschutzmedalie für Dr. Hans Ehrhardt

In seiner Laudatio betonte Weiger den hohen Einsatz, den Ehrhardt für die Natur geleistet hat, sei es für die Ausweisung des Birnbaumer Filz, als Naturschutzgebiet, der Kampf gegen den Ausbau der A7 , Erhardt ist auch der Ideengeber  und Planer für den Nationalpark Ammergebirge. Außerdem war er lange Jahre Naturschutzbeirat.


Kreisgruppenvorstand besucht BN Grundstück am Bodenlosen See bei Hausen

Vortrag "Nationalpark Ammergebirge – eine Schnapsidee ?" Referent Ulrich Wotschikowsky

Zugegeben – es war eine populistisch anmutende Überschrift, zu der die BUND- Naturschutz in Bayern e.V. - Ortsgruppe Halblech eingeladen hatte. Doch der Referent Ulrich Wotschikowsky, Forstwissenschaftler und Wildbiologe, wählte ganz bewusst diesen Titel für seinen Vortrag und versprach, die Argumente für und gegen die Nationalparkidee Ammergebirge kritisch zu durchleuchten. weiter: