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Wichtiges vor Ort

Willkommen bei der Ortsgruppe Füssen

Ortsgruppe Füssen
Vorsitz: Ilona Deckwerth
Kontaktadresse der Ortsgruppe:
87629 Füssen  -  Hochstiftstr. 5g, Tel: 08362-1571
Mail: Ilona.Deckwerth@t-online.de

 

 


Jahresprogramm Füssen 2024

von April bis November werden wir jeden ersten Sonntag im Monat eine Führung anbieten. Die Führungen sind kostenfrei, über Spenden für unsere Naturschutzprojekte freuen wir uns.
Die Führungen dauern ca. 2 Stunden, gutes Schuhwerk ist zu empfehlen. Jahresprogramm 2024


BN-Radexkursion „Zukunftsprogramm bayerischer Lech“ am 7.7.

Im Rahmen der monatlichen BUND-Naturschutz-Führungen lädt die Ortsgruppe Füssen am Sonntag, den 7. Juli 2024 zur Radexkursion mit Michael Huber, Gebietsbetreuer beim Lebensraum Lechtal e. V., ein. In Tirol windet der Lech sich noch als echter Wildfluss frei durch ausgedehnte Schotterbänke. In Bayern hingegen bestimmen Stauseen das Bild. Der BUND Naturschutz hat ein Zukunftskonzept für den bayerischen Lech entwickelt. Wie kann der Lech renaturiert werden? Wie können Energieerzeugung, Freizeit und Erholung, Hochwasserschutz und Naturschutz in Einklang gebracht werden? Der Treffpunkt ist um 9.00 Uhr auf der Theresienbrücke in Füssen, die Dauer der Radexkursion ist ca. 3 Stunden. Da die Zahl der Teilnehmenden begrenzt ist, bitte anmelden unter 08362-9233498.  


Bericht über Führung: Füssener Müllberg / Blumenberg

Nachdem die am ersten Sonntag im Juni angesetzte Müllbergführung ins Wasser gefallen war, wurde die auf den 16. 6. 24 verschobene Exkursion ein voller Erfolg. 26 Teilnehmende folgten den spannenden Ausführungen von Walter Hundhammer, der auf einen lebenslangen Erfahrungsschatz über Schmetterlinge, andere Insekten und Pflanzen zurückgreifen kann. Die Vergangenheit des Füssener Müllberges war "stinkend", wurde doch der gesamte Füssener Müll bis 1986 auf dem Areal deponiert. Im Zuge einer 10 Jahre dauernden Sanierung wurden Entlüftungsschächte für das austretende Methangas und ein Ringkanal zur Ableitung des giftigen Abwassers angelegt. 1998 bis 2000 wurde die Deponie renaturiert. Es wurde ein mageres Substrat aus Kies und Sand ausgebracht und Wildblumensamen eingesät. Das war der entscheidende Schritt für die Entstehung eines ökologisch wertvollen Magerrasens. So konnte auf der Exkursion der Hufeisenkleebläuling, dessen Raupe sich von dem Hufeisenklee ernährt, gesichtet werden. Schachbrettfalter waren zahlreich unterwegs. Ein Widderchen, ein Nachtfalter aus der Familie der Zygänen, das auf Grund seines körpereignen Zyankalis keine Freßfeinde hat, war zu sehen. In den üppigen Beständen des weißen Labkrautes, legte ein Taubenschwänzchen im Flug seine Eier ab. Viele grell leuchtende Karthäusernelken, eine wichtige Futterpflanze für die Weißbinden-Nelkeneule, deren Raupen sich von den Samen ernähren, erfreuten das Auge. Damit auch weiterhin diese wertvollen und zum Teil sehr seltenen Pflanzen, wie z. B. die Pyramidenorchis, die Prachtnelke, die Knäuelglockenblume, das Sonnenröschen, der Natternkopf, der Färberginster, die bunte Kronwicke und die bei vielen Wildbienen und anderen Insekten beliebten Quendelpolster und Braunwurzbestände gedeihen können, darf der Müllberg nur eimal im Jahr  gemäht werden, möglichst im September. Die Fläche darf nicht beweidet und gedüngt werden. Dann kann sich die ehemalige Mülldeponie auch weiterhin zu Recht „Füssener Blumenberg“ nennen.


Bericht über Führung: Den Schwanseepark neu entdecken

Bei trockenem Wetter sind rund 40 Teilnehmende der Einladung zur monatlichen Naturführung der Ortsgruppe Füssen im Bund Naturschutz, jeweils am ersten Sonntag im Monat, gefolgt. Bei dem zweistündigem Spaziergang mit Klaus Christmann, konnten die Teilnehmer neben geschichtlichen Hintergründen und Pflanzenwissen auch gartenarchitektonische Besonderheiten wie z. B. die kreisförmig angelegte Thuja-Baumgruppe, die den neun Musen gewidmet war, bewundern. Freigelegte Sichtachsen, einen umgeleiteten Bachlauf, der durch einen unterirdischen Kanal ersetzt wurde sowie überwucherte Wege und Brückensockel ließen tiefe Einblicke in die Geschichte und Umgestaltung des Parkgeländes zu. Spannend war die Entdeckung kleinster, weißer Muscheln in der trockenen Erde am Wegrand. Diese Seekreideablagerungen entstanden durch den nacheiszeitlichen Füssener See, der sich weit über die Füssener Bucht ausdehnte. Erst als sich der Seeabfluss beim Illasberg nach und nach eintiefte, lief dieser große See aus, und zurück blieben in Geländemulden Schwan-, Bannwald-, Hopfen- und Weißensee. Ein botanisches Highlight waren, neben den Enzian- und Mehlprimelwiesen, die zahlreichen Mondviolen, deren fliederartiger Duft gegen Abend zunimmt, um den Aurorafalter für die Bestäubung anzulocken. Wie bestellt ließ sich ein schönes Exemplar beobachten. Im Herbst und Winter schmücken die Samenstände der Mondviole als schillerndes Silberblatt die Wälder. Leider haben das Eschensterben und zahlreiche Holzeinschläge, insbesondere aber die viel kritisierte Umgestaltung und Wegverbreiterung des Schwanseesüdufers, dem einst so perfekten und romantischen Landschaftbild sehr zugesetzt. Durch Vorträge und Exkursionen will der BN auf die Naturschönheiten des Füssener Landes hinweisen und Wege aufzeigen, wie die Artenvielfalt erhalten und der Klimaverschärfung entgegengewirkt werden kann. Diese Arbeit ist für die Lebensqualität der kommenden Generationen von größter Wichtigkeit.


Bericht über Führung: Biber im Ostallgäu

 

Der Einladung zu BN-Biberführung im Rahmen der monatlichen Führungen der Ortsgruppe Füssen des BUND Naturschutzes in Bayern sind dieses Jahr wieder knapp 50 Interssierte gefolgt. Diesmal ging die Exkursion in das Wasenmoos, wo einige Biberschauplätze zu betrachten waren. Ziemlich „eindrücklich“ konnte ein Teilnehmer die Bibergänge im Untergrund der Magerwiese am eigenen Leib erfahren: mit einem Fuß trat er in einen bewässerten Bibergang und bekam einen nassen Schuh. Den präparierten Biber „Franz-Josef“ konnten die Kinder im Autoheck von Biberbeauftragten Hans Reitbauer streicheln und waren erstaunt über das weiche Fell. In seinem „früheren Leben“ in Bayern hatte der Biber noch ziemlich freie Hand: Er konnte bauen, stauen und Nahrung suchen, wo und wie er wollte. Da man sein schmackhaftes Fleisch in der Fastenzeit als „Fisch“ deklarierte, wurde er 1867 in Bayern ausgerottet und nach 1960 wieder angesiedelt. Herrenlose Biberreviere gibt es in Bayern kaum noch. Biber halten sich nicht an Grundstücksgrenzen, was zu Konflikten führen kann. Der Freistaat leistet im Rahmen des Bibermanagements nach Prüfung freiwillige finanzielle Ausgleichszahlungen für von Bibern verursachte Schäden im Bereich der Land-, Teich- und Forstwirtschaft. Dennoch ist der Biber, aktuell mehr den je, wichtig für die Entstehung und Vernässung von neuen Lebensräumen und der damit verbundenen Biodiversität bzw. das Überleben von vielen Schmetterlinge, Insekten und Pflanzen.

 


Bericht über den Vortrag: Zukunftsprogramm bayerischer Lech

Am 6. November 2023 sind 40 Besucher und Besucherinnen der Einladung der BN-Ortsgruppe Füssen zur Jahresabschlussveranstaltung im Luitpoldparkhotel Füssen gefolgt. Der Regionalreferent Thomas Frey beleuchtete ausführlich das Zielkonzept, den auf bayerischer Seite zum trägen Kanal begradigten Fluss wieder in eine lebendige Flusslandschaft mit vielfältigen Lebensräumen für viele gefährdete Arten zu verwandeln. Seitenverbauungen sollten, soweit möglich, aufgelöst und Auenwälder als Hochwasserschutzgebiete wieder angebunden werden. Der baldige Auslauf von vielen Kraftwerkskonzessionen bietet die Chance, Naturschutz und Energieerzeugung zu verknüpfen. Die Geschiebedurchlässigkeit spielt dabei eine tragende Rolle für die Lebensräume von seltenen Insekten, für Fischbestände und gefährdete Pflanzen wie die heimischen Tamarisken. Zudem würde dadurch die Verschlammung der Stauseen wie dem Forggensee und das weitere Eingraben des Flussbettes und die damit verbundene Gefährdung des Grundwasserversorgung verhindert. In Tirol windet sich der Lech noch als echter Wildfluss frei durch ausgedehnte Schotterbänke. Als Lebensader verbindet das Lechtal die Alpen mit der Alb und war früher Wanderweg für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Doch in Bayern, von der Landesgrenze bei Füssen bis zur Mündung in die Donau, prägen 43 Querbauwerke und einige Stauseen das Bild und somit ist der Lech der energetisch am intensivsten genutzte Fluss Bayerns. Der mit viel Beifall aufgenommene zweistündige Vortrag wurde mit interessanten Wortmeldungen u. a. von Walter Hundhammer (BUND), Peter Nasemann (DAV), Tom Hennemann (Gebietsbetreuer) und Stefan Fredlmayer (Füssen Tourismus) abgerundet. Ein sehr gelungener und hoffnungsvoller Themenabend.


Hoffnungsträgerin Weißtanne – immer noch zu selten

Tannen begleiten uns seit Kindheit in den Märchen, als prächtige Weihnachtsbäume und als Holzlieferanten. Aber sie sind viel mehr und werden zunehmend wichtiger. Die Fichte ist die große Verliererin im Klimawandel, während die Tanne immer mehr zur Hoffnungsträgerin wird, da sie trockenresistenter und sturmfester ist. Leider beträgt der aktuelle Anteil der Tanne am Wald in Bayern gerade noch zwei Prozent, im Staatswald des Bayerischen Waldes immerhin acht Prozent. Wolfgang Englert, ein Biologe aus Füssen, war mit einer Gruppe interessierter Füssener Bürger im Rahmen der monatlichen BUND-Führungen am 1. Oktober unterwegs, um die Weißtannenbestände am Alatsee bzw. am Kobelweg unter die Lupe zu nehmen. Erst nach ca. 60 Jahren ist die Tanne „mannhaft“, was bedeutet, dass sie sich aussamen kann, was die Wichtigkeit von alten Weißtannen verständlich macht. Zudem desinfizieren alte Nadelbäume ihre Umgebung regelrecht durch die Absonderung von Phytonzide, pflanzliche Antibiotika. Somit erfüllen die immergrünen Nadelbäume im Winter, wenn die Laubbäume kahl sind, eine wichtige Aufgabe. Man erkennt die Weißtanne von Weitem durch das typische „Storchennest“, das sich an der Baumspitze der Tanne bildet, im Gegensatz zur recht spitz auslaufenden  Fichtenkrone sowie an den Tannenzapfen, die wie Kerzen auf den Ästen stehen und nicht hängen, wie bei der Fichte. Einige prächtige und ehrwürdige Vertreter der Weißtanne dürfen am Alatsee in Steillagen alt werden und für den „Nachwuchs“ sorgen, sofern er nicht vom Wild abgefressen wird. 

 


Bericht über Führung: Füssener Blumenberg statt Füssener Müllberg

Am Sonntag, den 4. Juni hat Walter Hundhammer im Rahmen der BUND-Naturführungen mit 24 Teilnehmern die Magerwiesenpracht auf der ehemaligen Füssener Mülldeponie erkundet. Die Vegetation war wegen der langen Nass- und Kälteperiode etwas später dran als die vergangenen Jahre, aber deshalb auch umso üppiger. Der eine oder andere Schmetterling, wie der Hufeisenklee-Gelbling, der Grünader-Weißling, der Kleine Fuchs, der Hauhechel-Bläuling, das Kleine Wiesenvögelchen und die Braune Tageule, waren vereinzelt unterwegs. Die Teilnehmer der Exkursion staunten über die Blütenpracht der seltenen und geschützten Magerwiesenblüher und den spannenden Ausführungen von Herrn Hundhammer, der über einen außergewöhnlichen Erfahrungsschatz aus seinem Leben mit der Natur berichten konnte. 

 


Bericht über Führung Magerrasen am Judenberg

Am 8. Juni führte Michael Käs 17 Teilnehmer zu den Magerwiesen auf dem „Judenberg“. Der BN hatte dort 1996 ein zwei Hektar großes Magerrasengrundstück erworben. Es seht deshalb seither unter Schutz, wird nur einmal im Jahr gemäht und weist deshalb eine einzigartige Flora auf, wie die Mehlprimel und zahlreiche Orchideenarten, sowie den klebrigen Lein und Pflanzen, die sonst nur im Mittelmeerraum zu finden sind. Von dort aus bietet sich auch eine einzigartige Aussicht über den Bannwaldsee zum Schloss Neuschwanstein. Der Referent Michael Käs war lange Zeit der Vorsitzende des BN in Füssen und hat die Ortsgruppe federführend aufgebaut. Walter Hundhammer und Michael Käs verdanken wir durch Ihren engagierten und langen Einsatz als Vorstand der BUND Ortsgruppe Füssen, dass noch solche „Natur-Juwelen" in unserer Heimat bestehen.  

 


Bericht über die Führung "Dicke, alte Bäume sind Klimahelden"

Am  2. 7. führte Astrid Schmitz und Angelika Flierl, stellvertretende Vorsitzende des BN, Ortsgruppe Füssen interessierte Bürger auf einem Sonntagsspaziergang vom „Alten Friedhof St. Sebastian“ über das Lechufer zum „Baumgarten“, um verschiedene, zum Teil alte Stadtbäume, in Augenschein zu nehmen. Bäume, als Hauptorgan des planetaren Stoffwechsels, beeinflussen die Temperatur und das Wetter, sie sind aber vor allem Wasserspeicher und Luftfilter, binden Gifte und sichern die Biodiversität, die auch zukünftig für unser Überleben als Menschen wichtig ist. Da die Hitzetage nun stetig zunehmen und dies die Mortalität in den Städten erhöht, gewinnen Stadtbäume und -grün  immer mehr an Bedeutung, auch in den Privatgärten. Insbesondere dicke, alte Bäume sind sind dabei die „Helden", da sie Hitzeperioden durch die tiefen Wurzeln besser überstehen, mit ihrem ausladenden Blätterdach mehr Schatten spenden und damit die Hitzeentwicklung in Städten, die vor allem durch die unbeschatteten Dächer und den Asphalt angeheizt wird, deutlich reduzieren. Eine ca. 100-jährige Buche leistet z. B. die Klimaarbeit von ca. 2000 frisch gepflanzten Jungbäumen. Angesprochen wurde unter anderem das Projekt Baumpatenschaften und -spenden, das die Stadt Füssen in Zusammenarbeit mit der BN Ortsgruppe 2024 weiter entwickeln und betreuen will:
 https://ris.komuna.net/fuessen/Agendaitem.mvc/Details/41502880/17104


Neuer Mitbewohner in Weißensee: ein Biber hat seine Burg gebaut!

Lina und Benjamin Hartmann waren mit ihren Eltern die ersten, die die Entdeckung einer  Biberburg am Weißensee dem BUND Naturschutz gemeldet hatten. Die Ortsgruppen-Vorsitzende Ilona Deckwerth kontaktierte die untere Naturschutzbehörde, und von dort ging es weiter zum lokalen Biberbeauftragten. Hans Reitbauer aus Pfronten bestätigte nun, dass hier tatsächlich ein Biber seine Wohnstatt bezogen hat. Eine erste Begehung mit dem Experten und der Familie erfolgte am Wochenende in Weißensee/Oberkirch. Hans Reitbauer brachte eigens einen echten Biber mit, den die Kinder streicheln und dabei das weiche Fell bewundern konnten. Stolz zeigten die Geschwister dann die Biberburg, die im Gebüsch neben dem Rundweg am See versteckt liegt. Hans Reitbauer erklärte, wie sich Biber ernähren und mit den Zweigen und Ästen ein sogenanntes Fressfloß vor ihrem Bau errichten, quasi ein gut gefüllter Kühlschrank direkt vor dem Eingang. Dabei wies er darauf hin, dass Biber reine Vegetarier sind, die auch gerne mal einen Apfel verkosten. Besonders wichtig ist es, dass die Hunde im Bereich der Biberburg unbedingt an der Leine geführt werden, damit sie nicht auf den Biber Jagd machen und diesen erschrecken. Demnächst soll mit einem Hinweisschild auf den Biber aufmerksam gemacht  und interessante Informationen rund um das Tier vermittelt werden. Im nächsten Frühsommer wird die BUND-Ortsgruppe Füssen mit Hans Reitbauer eine Biberwanderung organisieren, die sich besonders an Familien und Kinder richten wird.


"Stadtbäume im Klimawandel - wie gehen wir damit um?"Pressemitteilung

Einen großen Vortrags- und Diskussionsabend veranstaltete die Ortsgruppe Füssen des BUND Naturschutz zum Thema "Stadtbäume im Klimawandel - wie gehen wir damit um?“. Die Referentin Angela Burkhardt-Keller, zertifizierte Baumkontrolleurin, schöpfte bei ihrem Referat aus einem reichen und langjährigen Erfahrungsschatz, mit dem sie auch den vielen Fragen und Anregungen aus dem Publikum gerecht werden konnte. Das neue Vorstandsteam der Ortsgruppe Füssen um Ilona Deckwerth als Vorsitzende und Angelika Flierl als deren Stellvertreterin präsentierte sich der Öffentlichkeit und ehrte die langjährigen Vorgänger im Amt.
Der Raum Theresia im Luitpoldparkhotel in Füssen war gut gefüllt, als die Ortsgruppe Füssen des BUND Naturschutz zur ersten großen Veranstaltung in der Amtsperiode des neuen Vorstands geladen hatte. Ilona Deckwerth als neue Vorsitzende stellte sich zusammen mit Angelika Flierl, der stellvertretenden Vorsitzenden, Hubert Endhardt, dem Kassier und Heidrun Ebert, eine der beiden Beisitzerinnen, dem großen Publikum vor. Ein bewegender Moment war dabei die Ehrung des langjährigen Vorsitzenden Michael Käs und seines Mitstreiters im Vorstand, Walter Hundhammer. Beide haben in ihrer aktiven Zeit zahlreiche Initiativen zum Schutz der Natur angestoßen, mit kritischem Blick die Entwicklung  und Bauleitpläne der Stadt Füssen begleitet, das Bewusstsein für die örtlichen Naturschätze, wie am Beispiel der renaturierten Mülldeponie in Füssen West, gestärkt und mit ihrer fachlichen Expertise in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde unzählige Male Rat und Auskunft gegeben.

Anschließend leitete Angelika Flierl zum Thema des Abends über. Die Initiatorin der Baumfreunde Füssen engagiert sich schon lange für den Erhalt der Stadtbäume in Füssen und schilderte die Lage vor Ort. Auch wenn es im Allgäu noch ausreichend regnen würde, brächten die veränderten klimatischen Bedingungen durch den Klimawandel vermehrt Stress für den Baumbestand mit sich. Flierl machte darauf aufmerksam, dass gerade deswegen die Bäume eine gute bestandssichernde Pflege benötigen, und bei Anzeichen für eine Schädigung nicht zu schnell die Entscheidung für eine Fällung erfolgen sollte, sondern alles getan werden müsse, um die Bäume zu erhalten.

Hier setzte Angela Burkhardt-Keller mit ihrem Vortrag an. Sie erläuterte zunächst die Bedeutung der Stadtbäume für das innerstädtische Klima, wie sie auch bei einer kleineren Kommune zu beobachten ist. Bäume leisten vielfältige Aufgaben für ein besseres Stadtklima, puffern sie doch die Temperaturen im Sommer, reinigen die Luft von Verschmutzung durch Abgase, erzeugen Sauerstoff, befeuchten die Luft und sind Hotspots der Biodiversität.. Zudem sind sie ein wichtiges städtebauliches Gestaltungselement und stellen Orte der Begegnung für die AnwohnerInnen dar. Gerade alte Bäume leisten hier Außerordentliches. Sie können nicht einfach durch jüngere Bäume ersetzt werden, die viele Jahre brauchen, bis sie sich zu entsprechender Leistungsstärke entwickelt haben, weshalb Fällungen immer einen erheblichen Einschnitt bedeuten. Das Haftungsrecht, das gerne als über allen Baumpflegemaßnahmen schwebendes Damoklesschwert beschworen wird, verpflichtet die Kommune, Gefährdungen durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume zu verhindern. Doch komme es gerade hier auf fachkundiges Wissen und praktische Kenntnisse an, denn nicht jeder Pilzbefall eines Baumes stelle beispielsweise eine Bedrohung dar. Aus Unkenntnis würde viel zu oft ein zu großer Rückschnitt oder sogar eine Totalfällung erfolgen, anstatt mit geeigneten Baumpflegemaßnahmen gerade den alten und besonders wertvollen Baumbestand zu erhalten. In der anschließenden Diskussion gab die Referentin beredte Auskunft zu allen Fragen und wurde schließlich mit anerkennenden Beifall verabschiedet.

 


Pressemitteilung zum Thema Wolf

zum Artikel im Kreisboten in Füssen von Ilona Deckwerth finden Sie hier:


Neuer Vorstand gewählt Ilona Deckwerth folgt auf Michael Käs